Wohlige Entspannung rückt näher - Taunus Zeitung (03.02.2009)

Oberursel. Warme Farben, sanftes Licht, angenehme Klänge und ein wohliger Duft – all das erwartet die Besucher eines Snoezelenraumes. Er soll ein Ort der Ruhe und Entspannung sein, in dem die Klienten der Oberurseler Werkstätten einen Ausgleich zu Arbeit und Betreuungsalltag finden. Ein neuer Snoezelenraum, eine Wortschöpfung aus dem Niederländischen, die die Begriffe Schnuppern und Dösen kombiniert, soll im Zuge der geplanten Erweiterung der Tagesförderstätte eingerichtet werden.

So einen Raum einzurichten ist nicht billig. Umso mehr freut sich der Leiter der Oberurseler Werkstätten, Karlheinz Roth, über die Spende der Lions-Clubs Hochtaunus und Kronberg, die das Vorhaben mit 10 000 Euro unterstützen. 8600 Euro waren bei einem von beiden Clubs ausgerichteten Benefizkonzert im September in Kronberg zusammengekommen, und der Distrikt habe den Rest draufgelegt, erzählt Dr. Hans Meisemann, Präsident des Lions Clubs Hochtaunus. Damit habe man etwas «Lokales» unterstützen wollen – Landrat Ulrich Krebs (CDU) wusste um Roths Nöte.

Der Raum schlägt mit 45 000 Euro zu Buche. Die Baukosten würden etwa 25 000 Euro, die Ausstattungskosten 20 000 Euro betragen. Erstere hat Roth dank des Erlöses vom Zimmersmühlenlauf (7500 Euro) und einer Spende des Mövenpick-Hotels (2000 Euro) sowie der der Lions schon fast zusammen; «Die Baukosten sind noch offen», so Roth.

Beim Snoezelen – das Konzept kommt aus den Niederlanden – werden alle Sinne über verschiedene Materialien stimuliert – das Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken, entweder einzeln oder in Kombination. Auf unterschiedlichen Sitz- und Liegegelegenheiten kann man es sich bequem machen und die Umgebung auf sich wirken lassen. «Einige unserer Klienten leiden unter einer Reizüberflutung, die sie nicht verarbeiten können. Im Snoezelenraum könnten sie diese wieder abbauen», so Roth.

Die Erweiterung der Tagesförderstätte der Oberurseler Werkstätten wurde notwendig, weil immer mehr Klienten mit schweren und schwersten Behinderungen aufgenommen würden. «Zurzeit verhandeln wir über die Finanzierung der Baumaßnahmen, aber wir hoffen, dass 2010 mit den Arbeiten begonnen werden kann.» Die Tagesförderstätte hätte dann mit 48 Plätzen doppelt so viele wie bisher.

«Insgesamt rechnen wir mit einem Kostenvolumen für den Bau der neuen Tagesförderstätte inklusive dessen Ausstattung von rund zwei Millionen Euro», gibt Roth an. In der Tagesförderstätte werden Klienten betreut, die noch nicht oder nicht mehr in den Werkstätten arbeiten. Sie werden in ihrer Selbstständigkeit gefördert, und ihre Wahrnehmung soll erweitert werden. Auch dazu könnte der Snoezelenraum beitragen.

Bildunterschrift: Detlef Adolph (links) und Nischant Kakkar genießen mit ihrer Pflegerin Carolin Pelz die entspannte Atmosphäre im bestehenden Snoezelenraum. Farben, schöne Geräusche und Gerüche sowie Musik sprechen die Sinne der Schwerstbehinderten an. Foto: Reichwein

(csc)

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