Werkstätten-Bistro strahlt in neuem Glanz - Oberurseler Woche (31.07.2008)

Oberursel. Wer gemeinsam arbeitet und ein Werk vollendet, soll auch gemeinsam feiern. Das dachten sich 20 Führungskräfte von Thomas Cook und etwa ebenso viele Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten, die gemeinsam das Bistro im Zimmersmühlenweg 67 neu gestaltet haben, und machten sich einen angenehmen Tag.

Berührungspunkte zwischen den Mitarbeitern von Thomas Cook und der Werkstätten gibt es viele. Da ist etwa der Zimmersmühlenlauf, bei dem der Reise Profi von Beginn an die größte Teilnehmergruppe bringt, und da ist das Bistro, das viele aus den benachbarten Büros gern zum Mittagessen aufsuchen. Die gemeinsame Renovierung und Neugestaltung der Räume ist nur das vordergründig sichtbare Ergebnis einer weiteren, besonders intensiven Kooperation, betonten Thomas-Cook-Personaldirektor Dietmar Hertel und Betriebsleiter Karlheinz Roth von den Oberurseler Werkstätten übereinstimmend. Den wahren Erfolg sehen sie vielmehr in der "Begegnung der Menschen". Dabei spielt für Roth eine große Rolle, dass "Manager und Menschen mit psychischen Erkrankungen Vorurteile abgebaut und auf gleicher Augenhöhe zusammen gearbeitet, geplant, manch schwierige Aufgaben gelöst und dabei voneinander gelernt" haben. Hinzu kommt aus Hertels Sicht ein Aspekt, der in der Personalführung eines Unternehmens mit 20 000 Mitarbeitern weltweit von ausschlaggebender Bedeutung ist: dass nämlich Führungskräfte in der Lage sind, gemeinsam ein Team zu bilden und fremde Mitarbeiter für eine Aufgabe begeistern zu können. Erst mit Beginn des Projekts erfuhren die Teilnehmer von Thomas Cook, mit wem sie zusammenarbeiten und welche Aufgabe sie umzusetzen hatten. Sichtbar stolz macht es den Unternehmensvertreter, dass alle sofort bereit waren, sich auf das Wagnis einzulassen. Mehr Skepsis hätten die Werkstatt-Mitarbeiter gezeigt, so Roth. Doch schnell erkannten beide Seiten, dass wichtige Bedürfnisse ihrer jeweils anderen Kollegen zu berücksichtigen waren, dass gegenseitiges Vertrauen und Verstehen entscheidend waren für den Erfolg und eine Menge Spaß bei der gemeinsamen Arbeit. "Empathie", die Fähigkeit, sich in andere Menschen hinein zu denken, ist in unserem Unternehmen eine wichtige Voraussetzung zur Übernahme einer Führungsposition", erklärte Hertel.

Dr. Bernd Köppler und Gunther Buseck, die für Thomas Cook teilgenommen haben berichteten, am Beginn habe sich die Gruppe bewusst gegen die Wahl eines Chefs, sondern für eine zielorientierte Arbeit im Team entschieden. Folge: "eine Super-Athmosphäre, in der uns sogar unser handwerkliches Geschick verziehen wurde", so Köppler. Der gemeinsame Weg sei nach diesen auch persönlichen wichtigen Erfahrungen "längst nicht abgeschlossen", sagte er. Auch Roth legt Wert darauf, dass das Projekt die Basis für eine weitere nachhaltige Entwicklung darstellt. Immerhin haben die Werkstatt-Mitarbeiter den Managern schon angekündigt: "Als nächstes kommen wir zu euch, damit wir wissen, wo ihr arbeitet." Zuerst jedoch wird´s schon in wenigen Wochen ein Wiedersehen beim dritten integrativen Zimmersmühlenlauf geben.

Was wurde gemacht? Von den bisher weißen Räumen wurde nach einem eigens erstellten Farbkonzept im Erdgeschoss ein IT-Trainingsraum in ein helles Blau getaucht, das die Konzentration fördern soll. Das öffentliche Bistro ist in mediterranen Tönen verschiedener Abstufungen gehalten. Über das Treppenhaus, das sehr frisch wirkende, kiwi-grüne Wände erhalten hat, erreicht man im Obergeschoss die Cafeteria für das Personal, in welcher sich der mediterrane Flair wiederholt.

Zum Wintergarten hin wird noch eine Glastür montiert, die die Nutzung dieser neu entstehenden "Oase der Ruhe" für physiotherapeutische Zwecke ermöglicht. Dort hängt die "Ahnengalerie" der Mitarbeiter. In den Bistroräumen motivieren großformatige Bilder von der Algarve und von Südafrika zum Schaffen, machen aber zugleich Lust auf Urlaub. Am 11. und 12. sowie am 25. Juli wurde hier gewerkelt, Thomas-Cook-Teamleiterin Personalentwicklung Daniela Brandt, die das Projekt eingefädelt hat, ist vom handwerklichen wie vom ideellen Ergebnis begeistert. Auch sie stand mit im Hof, als beim Fest alle Beteiligten zusammen bunte Luftballons in den Himmel steigen ließen, um sichtbar zu machen, was an diesem Ort Wertvolles geschaffen wurde.

Bildunterschriften:

Beim Einweihungsfest des neu renovierten Bistros ließ das Kooperationsteam mit den Gästen bunte Luftballons vom Hof aufsteigen. Foto: ach

Der Betriebsleiter der Oberurseler Werkstätten Karlheinz Roth, im Gespräch mit dem Programmgeschäftsführer der IB-Behindertenhilfe Hochtaunus, Norbert Dießner, in der Personalcafeteria. Foto: ach

Im neuen Glanz strahlt das renovierte Bistro der Oberurseler Werkstätten im Zimmersmühlenweg 67. Foto: ach

(ach)

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