Auf Augenhöhe - maz für Mitarbeiter des Arcandor Konzerns (30.07.2008)

Oberursel. In einem völlig neuen Qualifizierungs-Projekt arbeiten Thomas Cook Führungskräfte mit Oberurseler Werkstätten für Behinderte zusammen.

Die Thomas Cook AG und die Oberurseler Werkstätten für Behinderte arbeiten seit April dieses Jahres erstmals in einem außergewöhnlichen Projekt zusammen: Im Rahmen eines Qualifizierungskonzepts für Führungskräfte aus dem Mittleren Management unterstützten 20 Mitarbeiter der Thomas Cook AG die behinderten Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten. Gemeinsame Aufgabe war es, das Bistro und andere Räume in der Zweigstelle der Werkstätten neu zu gestalten und dafür lokale Sponsoren zu gewinnen.

Erarbeitet wurde das Konzept von Daniela Brandt, Teamleiterin der Personalentwicklung der Thomas Cook AG. „Ziel ist es, den Führungskräften ganz bewusst kein herkömmliches Seminar, sondern aktives Lernen mit intensiver Reflektion und Feedback zur persönlichen

Führungsrolle in einem ganz neuen Kontext zu ermöglichen“, so Brandt.

Motivation und Interesse an dem gemeinsamen Projekt waren von Anfang an auf beiden Seiten enorm. „Wir stellten bei allen unseren behinderten Mitarbeitern eine große positive Spannung fest“, so Joachim Lischka, Sozialarbeiter der Oberurseler Werkstätten und mit der Rehabilitation der Werkstattmitarbeiter befasst.

Gespannt waren auch die Thomas Cook-Kollegen, die den eigentlichen Inhalt der Führungskräftequalifizierung erst während des ersten Treffens erfuhren. „Wir waren anfangs überrascht, aber gleichzeitig auch begeistert von der neuen Herausforderung“, so Bernd Köpler, Leiter Vertriebsinnendienst bei Thomas Cook und Projektteilnehmer.

Nach ersten gemeinsamen Planungstreffen griffen die TCler zusammen mit 15 behinderten Mitarbeitern der Oberurseler Werkstätten am 11., 12. und 25. Juli schließlich zu Pinsel und Farbeimer. Für das Team rund um Lischka und seine Kollegin Deborah Wedowski war die

neue Farbe allerdings Nebensache. „Uns ging es nicht um den frischen Anstrich“, erklären sie. „Vielmehr wollten wir unsere gehandicapten Mitarbeiter motivieren. Und das ist uns gemeinsam mit den Kollegen von Thomas Cook gelungen – viele sind über sich selbst hinausgewachsen“, so Lischka. Vor allem, dass sich die Grenzen zwischen nichtbehinderten und behinderten Menschen während der Arbeit buchstäblich aufgelöst und sich alle auf „Augenhöhe“ bewegt haben, war für die Mitglieder der Oberurseler Werkstätten eine tolle Erfahrung. „Ich fand das Projekt sagenhaft. Viele nichtbehinderte Menschen haben oft Vorurteile gegenüber Menschen mit Handicap, das ist bei den TClern nicht der Fall gewesen“, bestätigt Willi Müller, Mitarbeiter der Werkstätten. „Von Beginn an waren sie sehr offen und hatten keine Berührungsängste.“

Für die TCler allerdings ist damit nur der erste Teil der Führungskräftequalifizierung beendet. Nach der aktiven Projekt-Phase des Erfahrungslernens folgt für sie nun eine individuelle Standortbestimmung unterstützt durch Coaching, um individuelle Entwicklungsmaßnahmen zu planen. Doch schon jetzt sind die Thomas Cook-Mitarbeiter davon überzeugt, die gesammelten Erfahrungen später auch für ihre Führungsarbeit übertragen zu können. „Und in jedem Fall wird das Gelernte für jeden einzelnen von uns eine große persönliche Bereicherung sein“, so Bernd Köpler.

Bildunterschrift: Teamarbeit auf Augenhöhe: Menschen mit Handycaps arbeiten zusammen mit Thomas Cook Managern.

(Thomas Cook)

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