Thomas Cook will Projekt fortsetzen - Taunus Zeitung (29.07.2008)

Oberursel. Wegweisende Zusammenarbeit: Thomas Cook will Projekt fortsetzen

Einfühlungsvermögen ist eine wichtige Führungskompetenz. Das erfuhren 20 Manager von Thomas Cook beim ersten gemeinsamen Arbeitsprojekt mit Mitarbeitern der Oberurseler Werkstätten. An zwei Wochenenden haben sie im Dienstleistungszentrum der Werkstätten die Wände des Bistros, der Kantine, des Flurs und eines Schulungsraums farbig gestrichen und ihm ein neues Gesicht gegeben. Beim Fest zur Wiedereröffnung wurde am Samstag die wegweisende Zusammenarbeit gefeiert.

Die Räume neu zu gestalten, sei nur die vordergründige Aufgabe gewesen, betonte Dietmar Hertel, Personaldirektor von Thomas Cook. Die eigentliche Aufgabe habe darin bestanden, mit den Mitarbeitern der Werkstätten zu planen und zu arbeiten. Im Bistro arbeiten Menschen mit psychischer Erkrankung. «Es galt, Vertrauen aufzubauen und die neuen Mitarbeiter verstehen zu lernen; genau wie im beruflichen Führungsalltag, eigentlich selbstverständlich und doch völlig anders.» Das Projekt sei gelungen. «Die Zusammenarbeit mit den Werkstätten soll fortgesetzt werden», bekräftigte der Personaldirektor.

Werkstättenleiter Karlheinz Roth betonte beim Fest: «Es ging nicht ums Streichen, sondern um ein Arbeiten auf Augenhöhe, um das gemeinsame Arbeiten und Erleben.» Dafür mussten die Menschen mit Behinderung lernen, auf andere zuzugehen. «Das ist ihnen gelungen, und das ist wichtig für ihre persönliche Entwicklung», so der Werkstättenleiter. Dass gut zusammengearbeitet wurde, zeigt auch der Wunsch vieler Werkstatt-Mitarbeiter, sehen zu wollen, wie die Thomas Cookler arbeiten.

Zuvor waren die Wände in Bistro, Kantine und IT-Schulungsraum weiß. Jetzt haben sie einen farbigen Anstrich. Die Wände der Kantine sind sandfarben, der IT-Raum, in dem Mitarbeiter an vier PCs den Umgang mit den Computerprogrammen Word und Excel lernen, aber auch kognitives Verstehen trainieren, erstrahlt jetzt in Hellblau; der Laden, in dem Werkstätten-Produktionen aus ganz Deutschland erworben werden können, in kräftigem Gelb, das im zweiten Bistroraum heller wird. Das Erdgeschoss und Treppenhaus wurde weiß, eine Wand in saftigem Grün gestrichen, das mit der Farbe der Aufzugstüren und der Telefonecke korrespondiert.

Zusätzlich wurden Landschaftsbilder aufgehängt, die von Thomas Cook gestiftet wurden. Im Bild, das im hinteren Teil der Kantine vor dem Besprechungsraum hängt, ist eine offene Hand abgebildet, in der eine Blüte liegt. Das Bild deutet an, dass der Raum in Kürze für Schulungen und progressive Muskelentspannung verwendet wird. Aber noch fehlten die Gelder für eine Glastür, mit der er von der Kantine abgetrennt werden soll, berichtet Joachim Mischka, Co-Leiter des Dienstleistungszentrums.

Seit fünf Jahren wird das rund 80 Quadratmeter große Bistro mit 30 Plätzen, einschließlich Sommerterrasse sind es 50, von sieben Mitarbeitern mit psychischer Erkrankung betrieben. In Spitzenzeiten werden unter der Woche 150 Essen serviert. Die meisten Gäste in der Mittagszeit sind Mitarbeiter von umliegenden Firmen. Das Bistro ist montags bis freitags von 7.30 bis 15 Uhr geöffnet.

Bildunterschrift: So sehen glückliche Gewinner aus: Sie hatten beim Fest im Bistro Tombola-Lose gekauft und freuten sich nun über Preise wie Hotelgutscheine und Flugtickets.

Foto: Priedemuth

(sob)

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