34 Buden, umweht von Maronenduft - Taunus-Zeitung (24.12.2007)

Friedrichsdorf. Landgraf Friedrich II. ist der einzige, der an diesem Samstagnachmittag nicht friert. Leider kann er aber auf seinem Sockel weder den Maronenduft riechen, noch die Weihnachtslieder hören, mit denen Werner Erker und Karsten Weber an Trompete und Posaune die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt abrunden.

Geduckt stehen die Buden im Rund des Landgrafenplatzes. Hier funkelt Silberschmuck, dort wartet Plauener Spitze auf Kunden. Der Obstbrandverkäufer hüpft sich in seinem Stand warm. Lichtchen flackern, in der Maronen-Bude dampft es, als der Maroni-Mann die Esskastanien auf dem Rost mit einer beherzten Handbewegung durchmengt.

Für den Ersten Stadtrat Norbert Fischer (CDU) ist es in dieser Saison der vierte und vorletzte Weihnachtsmarkt, den er in der Stadt eröffnet. Es ist so kalt, dass sein Mikrofon ein bisschen stottert. 34 Buden – der Gewerbeverein, in dessen Namen Roger Güntner begrüßt, kann stolz sein. Der Markt mit dem schönen Namen „Der Landgraf im Maronenduft“ konnte sich wiederum, wenn auch nach einigen Diskussionen, am angestammten Ort versammeln.

Die Zahl der Anbieter ist konstant geblieben. An Abwechslung mangelt es nicht. Auch Vereine sind mit von der Partie wie etwa die „Fitzelchen“, die Jungschar der evangelisch-methodistischen Kirche. Sie haben eine Idee der Köpperner Grundschule aufgenommen, Postkarten mit weihnachtlichen Motiven zu bemalen und drucken zu lassen. Anna und Rosa, beide zehn Jahre alt, und der fünf Jahre alte Benoit stehen hinter dem Tresen. Damit alles ohne ernsthafte Verkühlung abläuft, haben die Eltern einen Elektroheizkörper mitgebracht.

Neben Ediths Marmeladenstand mit nicht weniger als 65 Sorten – auch Erdbeere mit Chili – stehen Vertreter der Oberurseler Werkstätten. „Da wir den Schwimmbadkiosk betreiben, wollten wir auch hier dabei sein“, sagt Betriebsleiter Karlheinz Roth.

Es gibt Hotdogs, heißen Caipirinha und Schlossborner Calvados, „das Beste, was ein Taunusapfel werden kann“. Mit der sich einschleichenden Dunkelheit kommen immer mehr Besucher auf den Markt. Die umstehenden Bäume haben zur Feier des Tages eine Haube aus Eis aufgesetzt. Der Glühwein wirkt, die Kältestarre löst sich.

Gleich mit zwei Ständen sind die Pfadfinder angetreten. Sie verkaufen von einer Großmutter gestrickte Schals und kredenzen Erbsensuppe mit Parmesan, die es wahrlich nicht überall gibt. Der Erlös ist für eine Irlandreise im Frühjahr gedacht, wie Pfadfinderin Romina Parth sagt.

Bis in jeden Winkel vernimmt man die Weihnachtslieder des Bläserduos, das kurzfristig für die Rockenberger „Tannenzapfen“ eingesprungen ist. Wegen der Kälte hängt die Posaune zuweilen; der Trompeter hat ein kleines Heizkissen in die Hand geklemmt.

Vor dem Stand mit wärmenden Schafwollpullis steht eine Menschentraube. Alle anderen, denen es zu frostig geworden ist, haben sich ins beheizte Weihnachts-Zelt zurückgezogen. Hier ist es gemütlich und warm.

Bildunterschrift: Brezeln waren beim Weihnachtsmarkt in Burgholzhausen der Renner. Malin (3), Mafalda (9), Gabi Fischer und Joshua (5, v. li.) griffen zu.

(Martina Dreisbach)

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