761 Läufer für Integration - Frankfurter Rundschau (01.09.2007)
Oberursel.
Nächstes Jahr will auch Landrat Krebs die Schuhe schnüren
Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) hat sein Versprechen eingelöst und ist am Donnerstagabend beim "2. Integrativen Zimmersmühlenlauf" an den Start gegangen. Auf vier Runden à 1,5 Kilometer ging es durch das Gewerbegebiet Süd. Mit ihm haben 760 weitere Frauen und Männer die Laufschuhe geschnürt, um laufend für die Integration von Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben, in die Gesellschaft und in den Sport zu werben. Das waren fast doppelt so viele wie bei der Premiere vor einem Jahr.
"Wir sind da", stand etwa auf den Lauf-Shirts der Mitarbeiter von Dimension Data. Wie viele andere Firmen aus dem Gewerbegebiet Süd hat sich auch DD ganz selbstverständlich an der Aktion beteiligt. Flagge zeigen war angesagt, der integrierte sportliche Wettbewerb hat mehr Werber auf die Straße getrieben als erwartet. Gesichtet wurden Kommunalpolitiker und Landtagskandidaten, Mitarbeiter der Behindertenhilfe und der Werkstätten, dazwischen einige Rollstuhlfahrer mit Begleitung. Und ganz viele Menschen, die im Umfeld der Werkstätten ihrer Arbeit nachgehen.
Mit- statt gegeneinander
Nach dem Vorbild anderer Veranstaltungen wie dem "Lauf für mehr Zeit" zugunsten der Aids-Hilfe kommende Woche in Frankfurt sollte beim Zimmersmühlenlauf das Miteinander, nicht der sportliche Wettkampf im Vordergrund stehen. "Sieger ist die Integration", sagte der Bürgermeister vor dem Startschuss und damit rund 37 Minuten vor seinem persönlichen Zieleinlauf. Die Nr. 1 hatte er bekommen, weil er sich bei der Premiere vor einem Jahr spontan für den nächsten Lauf eingeschrieben hatte. Diese "Pflicht" hat er nun an Landrat Ulrich Krebs (CDU) weiter gegeben, der zum Startschuss im grauen Anzug erschienen war.
Wer kann da schon Nein sagen, natürlich hat der Landrat zugesagt. "Nächstes Jahr knacken wir die 1000", frohlockte Werkstatt-Betriebsleiter Karlheinz Roth unter Beifall der Starter. Wenn jeder einen Bekannten mitbringt, ist das kein überspanntes Ziel.
Das würde neben dem Gedanken der Integration auch den Oberurseler Werkstätten zugute kommen. Der Erlös dieser Veranstaltung mit anschließender "Come-Together-Party" im Hof der Werkstätten ist für die Einrichtung eines neuen Förderzentrums in der Zweigstelle Folkbertusstraße vorgesehen.
(Jürgen Streicher)