700 Läufer wollen für Integration werden - Frankfurter Rundschau (28.08.2007)
Oberursel.
Rekordmeldung für den Zimmersmühlenlauf am Donnerstag überrascht den Veranstalter
Vielleicht wird die Traummarke "1000" schon viel früher als erhofft geknackt. Die fast 700 Voranmeldungen sind ein gutes Omen, viele Volksläufer entscheiden in der Regel kurzfristig über ihre Starts. Deswegen bleibt die Meldeliste beim "2. integrativen Zimmersmühlenlauf" am Donnerstag, 30. August, bis kurz vor dem Start um 18 Uhr offen. Wer mit den Oberurseler Werkstätten ein Zeichen für die Integration von Behinderten setzen will, soll das unabhängig von Anmeldefristen tun können. Allenfalls muss er zunächst auf ein Teilnehmer-T-Shirt verzichten. Es wurde wie bei der Premiere im vergangenen Jahr von Mitarbeitern der Oberurseler Werkstätten für Behinderte gestaltet.
Nach dem Vorbild des JP Morgan Challenge in Frankfurt soll beim Lauf das Miteinander und nicht der sportliche Wettbewerb im Vordergrund stehen. Der Zimmersmühlenlauf, 2006 mit 425 Teilnehmern erstmals gestartet, soll eine Traditionsveranstaltung werden, die wie in Frankfurt mehr und mehr Firmen, Vereine, Initiativen und schlicht Laufbegeisterte anzieht, die neben dem Laufen das Ziel eint, neue Kontakte zu knüpfen und für die Integration behinderter Menschen ins Arbeitsleben, in die Gesellschaft sowie in den Sport zu werben.
Mit der Startnummer 1 wird der Oberurseler Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) ins Rennen gehen. Karlheinz Roth, der Betriebsleiter der Oberurseler Werkstätten, erwartet auch Läuferinnen und Läufer der Grünen, der FDP und der SPD-Sportgemeinschaft "Roter Bembel". Brum hatte seinen sportlichen Einsatz für die Integration im vergangenen Jahr beim Startschuss zur Premiere angekündigt.
Start und Zielpunkt ist das Werkstattgelände an der Oberurseler Straße. Im Hauptlauf sind vier Runden durch das Gewerbegebiet Süd à 1,5 Kilometer zu bewältigen, im "Integrationslauf für Menschen mit Handicap" eine Runde. Dabei sind Partnerschaften möglich, einige Läufer wollen mit einem behinderten Menschen im Tandem antreten und etwa einen Rollstuhl schieben. Nach dem Lauf gibt es eine Party mit Live-Musik im Hof der Werkstätten.
(Jürgen Streicher)