Clever Charity - Oberurseler Stadtmagazin (01.08.2007)
Oberursel. Was in Frankfurt mit dem JP Morgan Challenge-Lauf möglich ist, muss hier schon lange gehen, meinten im vergangenen Jahr die Oberurseler Werkstätten und sollten Recht behalten. Ihr erster "Integrativer Zimmersmühlenlauf" kam so gut an, dass es am 30. August eine zweite Auflage gibt! Obgleich es natürlich in erster Linie darum geht, Sportler mit und ohne Handicap sowie auch Spendengelder zusammenzubringen, beabsichtigt man darüber hinaus, Transparenz zu schaffen: "Im Gewerbegebiet gibt es viele Firmen, aber keiner weiß, was der andere macht", so Karlheinz Roth, Leiter der Oberurseler Werkstätten. Doch als Bittsteller auftreten, ist ihre Sache nicht! Deswegen wird erst gelaufen statt nur zu sammeln.
Außerdem bieten die Werkstätten das ganze Jahr über ihre Arbeitskraft an. Und das im 37. Jahr. Sie beschäftigen rund 380 Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, die nur etwas verdienen, wenn Aufträge reinkommen. Das wissen die heimische Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung längst. Und doch schadet es ja nicht, immer mal wieder auf sich aufmerksam zu machen. Es gilt, die Unternehmen am und um den Zimmersmühlenweg ins Bewusstsein zu rufen. So mancher Bürger ahnt gar nicht, wen oder was die Straße eigentlich zu bieten hat.
Doch zurück zum sportlichen Teil: Erst um 18 Uhr geht es los, es ist schließlich Donnerstag. „Wir rechnen mit 500 bis 600 Startern. Im letzten Jahr hatten wir alleine über 30 Firmenteams“. Bürgermeister Bruom tritt nicht nur als Schirmherr, sondern auch als „Vorläufer“ auf. Es gilt: Wer laufen kann, der läuft oder wird gelaufen, denn hinter jedem Rollstuhlfahrer sorgt ein kräftiger Schieber für einen heißen Reifen. Dabei teilt der Veranstalter die Teilnehmer in drei Kategorien: die mit Handicap, Nordic-Walker und Jedermann-Läufer. Allerdings unterscheidet er auch die Strecken! Man kann zwischen einer 1,5-, 3- und 6-Kilometer langen Strecke wählen, solange man 5 € Startgeld und gute Laune mitbringt. Ab 19 Uhr lädt der Gastgeber auf seinem Gelände zu einem Absacker-Abend mit Live-Musik ein. Das ist ein schönes Beispiel für Networking auf Gewerbegebiets-Manier.
Fotos: Thomas Wettig, AVIS
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