Hoheiten und Gäste freuen sich über Orden - Taunus Zeitung (17.02.2007)
Oberursel. Als Indianerin hat sich Gisela Kühn, Mitarbeiterin der Oberurseler Werkstätten, verkleidet, und sie hofft auf eine ganz besondere Auszeichnung: den „Orden vom lachenden Feldberg“. „Ob ich wohl auch so einen bekomme?“, fragt sie aufgeregt. Dann setzt sie sich neben einen Cowboy und schaut zu, wie Landrat Ulrich Krebs (CDU) die begehrten Plaketten an die Tollitäten des Hochtaunuskreises vergibt, die zum alljährlichen „Närrischen Gipfeltreffen“ in die Oberurseler Werkstätten für Behinderte gekommen sind.
Und sie sind zahlreich erschienen, die Hoheiten, wie auch Politiker aus dem Kreisgebiet. Orschels Prinz Uwe I. vom Club Geselligkeit Humor Weißkirchen (Clu-Ge-Hu) darf freilich nicht fehlen, ebenso das Bommersheimer Kinderprinzenpaar Jana I. und Mika I. Die jungen Regenten sehen zwar etwas müde und blass aus, sind sich aber ihrer Repräsentationspflichten voll bewusst. Genau wie Prinz Michael I. und Prinzessin Sabine II. vom Usinger Carneval Verein (UCV) sowie Prinzessin Bianca I. aus Bad Homburg mit ihrem Hofstaat. Erstmals dabei Prinz Wolfgang I. aus Merzhausen, Christine II. Freifrau aus Eschbach und Kinderprinzessin Sophie I., Freifräulein aus Portugal.
Doch auch Gisela Kühn und ihre Kollegen als Ritter, Clowns und Teufelchen sorgen mit sofortiger Einnahme der Tanzfläche zur Musik der Schlawinos aus Königstein dafür, dass die Einrichtung am Fastnachtsfreitag Kopf steht. Da wundert’s keinen, dass sogar Landrat Krebs, für den die Teilnahme beim Gipfeltreffen eine Premiere ist, eine Büttenrede zum Besten gibt. „Was gibt es Schöneres auf Erden, als im Hochtaunuskreis Landrat zu werden“, ruft Krebs in die Menge, was mit einem lauten „Hochtaunus Helau!, Orschel Helau!, Werkstätten Helau!“ beantwortet wird.
Nicht minder bejubelt werden die Kindergarde des UCV für ihren Showtanz „Peter Pan“ und Tanzmariechen Viktoria Pfaff aus Falkenstein. Als die Minis vom Bommersheimer Carneval Verein die Bühne erklimmen, hält Krebs während des Auftritts ihr Maskottchen. Viel Applaus gibt’s zudem vom Publikum. Anschließend erfreuen die „Pitschedabscher“ aus Kirdorf in ihren T-Shirts mit den Aufschriften „Alt . . . aber gut“ oder „Ich bin nicht dick, sondern nur zu klein“ die Gäste mit dem Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer. Die im Anschluss tanzenden Plaschi-Monster aus Königstein sind weder zu dick, noch zu klein und schon gar nicht zu alt, sie sind einfach Spitze. Das findet zumindest Melanie, die in den Werkstätten arbeitet.
Als es zu guter Letzt bei den Minis des Clu-Ge-Hu heißt: „Leinen los, Matrosen!“ ist auch Gisela selig. Und nicht nur, weil ihr diese Darbietung so gut gefallen hat, sondern weil sie über ihrem Indianerkleid stolz den Orden trägt, den sie sich so gewünscht hat.
Bildunterschrift:
Gipfeltreffen: Hoheiten aus Oberursel, Bad Homburg und Usingen feierten gestern in den Werkstätten für Behinderte.
Foto: Reichwein
(rosa)